Interview mit der Freedance-Formation "Rockin´ Delight" (Crazy Dancers im SV Mering e.V.)

Veröffentlicht: Oct 3, 2009 von Marco Unter: Interviews Gesehen: 611 Tags: interview, rockin´ delight, freedance
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Interview

...Rock´n´Roll ist und bleibt der beste Sport der Welt...

Mich freute es besonders, dass sich die Mädels von "Rockin´ Delight" (Crazy Dancers im SV Mering e.V.) in ihrer Vorbereitunsphase zur Deutschen Meisterschaft 2009, Zeit nahmen, mir Rede und Antwort zu stehen.

Was ich sehr erfreulich fand, dass sich zwei der Trainerinnen (Alexandra Wandera und Judith Felch) ebenso bereit erklärt haben, die Fragen zu beantworten.

Jetzt wollen wir Euch aber nicht weiter auf die Folter spannen und legen gleich los!!!

Um Euch die Übersicht zu vereinfachen, wurden die Antworten farblich unterlegt.


Wie seid Ihr damals zum Rock´n´Roll-Tanzsport gekommen?

Martina: Durch eine Schulfreundin.
Stefanie: Über meine Geschwister. Sie haben beide diese Sportart betrieben und es war quasi ein Muss, dass ich auch damit anfing.
Marcella: Durch meine Freundinnen Carina Penzkofer und Lisa Grätz, die damals schon getanzt haben. Das gefiel mir dann so gut, dass ich auch angefangen habe.
Alexandra: Ich wollte das schon ewig mal machen, aber es gab in unserer Nähe leider keinen Verein. Mit Ende der Lehre habe ich dann in Mering mit meinem damaligen Freund (jetzt Mann), angefangen.
Lisa: In der 3. Klasse Grundschule durch meine Freundin Carina Penzkofer.
Judith: Puh, das ist schon so lange her, ich glaub eine Freundin hat das damals gemacht, dann wollte ich auch..

Habt Ihr bereits vorher eine andere Sportarten betrieben?

Lisa: Ja, Ballett.
Alexandra: Ja, Turnen und Skifahren.
Marcella: Ja, ganz viele. Ich habe vor Rock´n´Roll, Volleyball gespielt, da da die Trainingszeiten dann doof verteilt waren, musste ich damit aufhören. Ich habe noch geturnt und Tennis gespielt. Turnen habe ich aufgehört, als ich mit Rock´n´Roll angefangen habe. Tennis spiele ich heute noch gerne.
Judith: Ich war ein Tausendsassa, hab vieles mal ausprobiert, wie Turnen, Ballet etc., beim Reiten und Rock n Roll bin ich aber dann geblieben.
Martina: Ja, ich hab, seit ich klein bin Handball, gespielt. (Anmerkung: Und das sehr erfolgreich!)
Stefanie: Nein, ich habe bereits mit 5 Jahren angefangen Rock´n´Roll zu tanzen und habe davor noch das Laufen geübt.

Wie war es für Euch, nach der Teilnahme Eurer Formation in Rimini?

Alexandra: Wir wussten ja bereits durch die WM und EM letztes Jahr, was auf uns zukommt. Von daher sind wir deutlich entspannter hingefahren und haben die Tage genossen. Schade war nur, dass so wenige Teams am Start waren und auch kaum Zuschauer vor Ort waren, da das Turnier am Sonntag stattfand.
Judith: Erstmal war es toll mit der ganzen Mannschaft nach Rimini zu fahren, schade wars, dass kaum Zuschauer da waren. Mit dem Ergebnis war ich zufrieden, denn die Leistung, die gezeigt wurde, war super.
Marcella: Eigentlich nicht anders als nach einem anderen Turnier.
Stefanie: Die Teilnahme am World Cup in Rimini fand ich sehr interessant und es war auch ein schönes Erlebnis (so direkt neben dem Meer). Allerdings war es nicht sehr spektakulär dort, weil nur 6 Formationen am Start waren und nur die eigenen Fans der Formationen das Publikum vertraten, d.h. es war sehr wenig besucht.
Lisa: Des Tunier war richtig cool, auch die Erfahrung hat viel gebracht und des Tunier hat uns "zusammengeschweißt".
Martina: Die Fahrt war da Hamma! Am Vortag gemütlich am Strand liegen und die Sonne genießen und am nächsten Tag Turnier tanzen. Was gibt es schöneres? Die Teilnahme in Rimini war für alle etwas ganz besonderes.

Mit dem Endergebnis zufrieden?

Marcella: Ich persönlich war schon zufrieden, da wir alle unser bestes gegeben haben. Der Platz war zwar deprimierend, aber es lag meiner Meinung nach (auch wenn es offiziell nicht bewertet wird) v.a. an der zahl unserer Tänzerinnen. Alle anderen hatten mehr Mädchen auf der Bühne, somit war die Bühne besser "gefüllt."
Lisa: Das Ergebis hätte besser sein können. Das nächste Mal läuft es besser.
Alexandra: Wir hatten zwar mit dem Platz gerechnet, waren aber zu diesem Zeitpunkt nicht ganz fit und kämpften mit Verletzungen. Ich denke, wir hätten das schweizer Team schlagen können, wenn wir fit gewesen wären. Für die Mädels war es ein tolles Wochenende. Wann kann man schon an einem Turnierwochenende einen Tag am Meer verbringen?
Martina: Wir haben unser Bestes geben, leider hat es nicht für mehr gereicht. Aber wir können uns schon mehr wie glücklich schätzen, dass wir überhaupt teilnehmen durften.
Stefanie: Mit unserer Leistung bin ich zufrieden. Unsere Trainer meinten, dass wir schon seit langem nicht mehr so gut getanzt haben und dass wir zufrieden sein können, allerdings wäre ein Platz in den vorderen Rängen erfreulicher gewesen.
Judith: Bei unseren Trainingsbedingungen (nur 2 mal Training pro Woche, bei zu kleinen Hallen/Raumgrößen) ist es schon eine Leistung, überhaupt international teilnehmen zu dürfen.

Wie läuft die Vorbereitung zur kommenden Deutschen Meisterschaft 2009?

Stefanie: Auf die DM trainierten wir härter und mehr als zuvor, in der Choreographie wird noch mal der letzte Feinschliff getätigt, Kondition aufgebaut und nochmals die Grundtechnik verstärkt trainiert.
Marcella: Ich denke wir geben und gaben die letzten Wochen unser bestes v.a. um Kondition aufzubauen. Jeder hat versucht im Training da zu sein , doch während der Urlaubseit ging das nicht immer.
Alexandra: Die läuft auf Hochtouren. Es wurde in den Ferien viel mit den Mädels, die nicht im Urlaub waren, trainiert. Letzten Samstag hatten wir mit einem sehr bekannten, externen Trainer ein Sondertraining, welches den beiden Formationen in meinen Augen einiges gebracht hat.
Martina: Die Vorbereitung könnte besser laufen, da sich eine Tänzerin verletzt hat und wir nur zu 10 nach Hameln fahren. Gerade sind noch einige von Grippe geplagt. Sonst läuft die Vorbereitung sehr gut.
Lisa: Gut, härteres Training und ein Trainingstag mit einem Trainer, wessen Name aber nicht verraten wird.
Judith: Bis auf Krankheits- und Verletzungsausfälle, die mir große Sorgen machen, ganz gut.

Hat sich Euer Training verändert?

Lisa: Ja, es ist härter geworden, mehr Konditionstraining, mehr Grundtechniktraining... find ich aber auch besser so!
Alexandra: Ja, es wurde mehr Grundtechnik und Sauberkeit trainiert. Die Choreos wurden im Vergleich zum letzten Jahr von den Figuren her etwas schneller gemacht. Aber es wurde auch einiges für die Kondition gemacht. Leider trainieren wir in einem relativ kleinen Raum, so dass wir selten auf Turniergröße trainieren können. Auch haben wir derzeit keine Hilfsmittel wie Bänke oder Matten zur Verfügung.
Judith: Wir versuchen immer, an uns zu arbeiten, die Trainer wie die Mädels, was andere vormachen, versuchen wir für uns zu nutzen. Also schnelle Kicks, saubere Arme etc. Figuren oder Choreoelemente kommen von uns.
Marcella: Ich finde wir tranieren härter, da jeder auf der DM tanzen will. Im großen und ganzen hat sich aber nicht wirklich etwas geändert.
Martina: Ja, der Hauptbestandteil vom Training ist gleich geblieben, aber wir haben in letzter Zeit mehr für Kondition und Kraft getan.
Stefanie: Direkt verändert vom Trainingsaufbau würde ich nicht sagen, aber jeder versucht sein Bestes zu zeigen und will dort zweimal auf die Bühne.

Ihr habt auf der NDM 2009 einen hervorragenden 2. Platz ertanzt? Was ist Euer Ziel für die DM?

Marcella: Wir werden, wie gesagt, unser bestes geben. Schön wäre natürlich Finale mit einem Träppchenplatz. Doch auch der 4. oder 5. Platz wäre gut.
Alexandra: Ein Treppchenplatz. Wenn das nicht klappt, dann wollen wir zumindest so gut sein, dass wir die Nominierung für die WM in Schaffhausen am 14.11. bekommen. Dafür benötigen wir auf alle Fälle einen Platz unter den besten 4 Mädchenmannschaften.
Martina: Das Ziel ist zufrieden vom „Platz“ zu gehen, weil man weiß, dass man sein bestes geben hat. Eine Platzierung sich als Ziel zu stecken ist schwierig. Wir wollen das Bestmöglichste rausholen und dass wir mit einem guten Ergebnis nach Hause fahren können. Ein Treppchenplatz wäre natürlich ein Traum!
Stefanie: Unser Ziel ist es, ins Finale und an die vorderen Rängen ran zu kommen. Außerdem erhoffen wir uns, wenn unsere Leistung stimmt, eine Qualifikation zur WM 2009 in der Schweiz.
Lisa: Finale und hoffentlich wieder ein Treppchenplatz.
Judith: Die Qualifikation für die WM, außerdem eine ordentliche Leistung zeigen, hinter der wir uns nicht verstecken müssen. Einmal im Leben würden wir natürlich auch gern Deutscher Meister sein. 

Was unterscheidet die Freedance Formation von einer „normalen“ Formation?

Alexandra: Dass meist nur Mädchen in einer Formation tanzen. Die meisten Teams tanzen fast nur Einzelfiguren, d. h. es findet kaum ein Paartanz statt.
Martina: Bis auf das wir keine Jungs haben, keinen.
Judith: Naja, international gesehen, ganz eindeutig das Geschlecht, da heißt es ja auch Girls bzw Ladies Formation. Ansonsten natürlich das Fehlen großer Akrobatiken, bei uns gibt es einfach andere Kräfteverhältnisse. Allerdings wird dafür viel mehr Schwierigkeit in die Choreo gelegt.

Ein paar abschließende Worte von Euch?

Lisa: ... Rock´n´Roll ist und bleibt der beste Sport der Welt. 
Marcella: Bitte Daumendrücken für die DM...
Alexandra:Ich hoffe, dass wir mit der Vergabe der neuen Hallenzeiten bessere Hallen und mehr Trainingszeiten bekommen und dann auch dementsprechend besser und gezielter fürs nächste Jahr trainieren können. Den Mädels wünsche ich für die DM ein schönes, erfolgreiches und verletzungsfreis Turnier.
Stefanie: Hoffentlich können wir unsere Ziele in dieser Saison verwirklichen. Also, denkt an uns am 02.10.2009!!!
Judith: keep on rockin!!!

Eine abschließende Frage an Alexandra und Judith, die mich besonders interessiert:

Mädchen sind ja bekannt dafür, wie soll ich es sagen, \"schwierig\" zu sein. Trifft das bei Euch zu?

Alexandra: Streit gibt es selten, hin und wieder wird mal ein wenig gezickt, aber ich denke, das ist bei einer gemischten Formation nicht anders.
Judith: Wir sind ein Team, klar gibt es Meinungsverschiedenheiten, schließlich hat jeder ein Recht auf eine eigene Meinung, aber bisher haben wir es noch immer geschafft, uns zu einigen.


Ich möchte mich nochmals bei Euch für die Zeit und Beantwortung der Fragen bedanken! Ich wünsche Euch gutes Gelingen auf der Deutschen Meisterschaft. Genießt die Zeit auf der Bühne!!!

Marco